Archive for März, 2007

ARD, ZDF und die Realität

Donnerstag, März 29th, 2007

zdf.jpgLaut einem Artikel auf dwdl.de fordert der ZDF-Intendant Markus Schächter allen ernstes, dass “Portale” gesetzlich verpflichtet werden, auf der Startseite die Webseiten von ARD und ZDF zu verlinken:

“In seiner Eröffnungsrede stellte ZDF-Intendant Markus Schächter das Konzept des Senders für neue medienrechtliche Regelungen vor, mit denen die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender davor geschützt werden sollen, in der Flut der neuen digitalen Angebote unterzugehen. [...] Schächter spricht in diesem Zusammenhang von einer Erweiterung des “must carry”-Regelung, die bereits in den analogen Kabelnetzen von Bedeutung ist. [...] Neu ist das Konzept der “must found”-Regelung, die Schächter umreißt. Dies bedeutet, dass die Programme von ARD und ZDF auf der Startseite der jeweiligen Plattform angebunden werden sollen.”

Scheinbar werden damit Angebote wie YouTube adressiert, die Aussagen sind aber so allgemein, dass man im Zweifelsfall und wenn es geeignet erscheint sicherlich den Anspruch auch auf beliebige Webangebote ausdehnen kann.

Mir würde es ja schonmal reichen, wenn ARD und ZDF ihre Streaming-Angebote mal zur Abwechslung mit offenen Standards realisieren würden, anstatt auf WindowsMedia und RealVideo zu setzen. Getreu dem Motto von Intendant Schächter:

“Damit die Programme nicht nur verbreitet, sondern auch gesehen werden.”

Schätzchen des Monats

Mittwoch, März 28th, 2007

Auf Telepolis findet sich ein interessanter Artikel zum Thema EU-Verfassung. Daraus folgendes:
download_brok_elmar.jpg

“[...] zum Beispiel Elmar Brok, der Sprecher der europäischen Christdemokraten im EU-Verfassungskonvent. Auch er muss wenig Zuneigung zum Grundgesetz haben, zumindest wenn man sich die von ihm in den EU-Verfassungsvertrag eingebrachten Elemente und den Unterschied zu den entsprechenden Vorschriften im Grundgesetz ansieht. Brok setzte dort unter anderem in Art. II-77 Abs. 2 durch, dass das Recht auf “Geistiges Eigentum” absolut gesetzt wurde und keiner sozialen Verpflichtung unterliegt. Der neben Friedrich Merz und Hans-Joachim Otto prominenteste Gegner der Offenlegung von Nebentätigkeiten bei Abgeordneten war auch maßgeblich verantwortlich für die EU-Urheberrechtsrichtlinie. Hinter ihm steht der Bertelsmann-Konzern, der seinen Profit erheblich steigern könnte, wäre er nicht durch das deutsche Grundgesetz gebunden. [...]

In die Kritik geriet Brok vor zwei Jahren, als ihm der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim “legale Korruption” vorwarf. Seine Beteuerungen, er trenne sein Parlamentsmandat und die Interessen des Bertelsmann-Konzerns “messerscharf”, hielten nur so lange, bis der fraktionslose Abgeordnete Hans-Peter Martin auf seiner Website interne Bertelsmann-Papiere veröffentlichte.”

Bisher habe ich das Verfassungsprojekt ja eher positiv gesehen. Allerdings sollte ich mich wirklich mal damit beschäftigen, was da wirklich drin steht. Scheint ein wahres Meisterwerk von echten Proto-Politikern zu sein. (Bild: Europäisches Parlament)

Die CeBIT und ich

Montag, März 19th, 2007

Gerade bin ich von CeBIT zurück. Das letzte mal war ich dort vor 4 oder 5 Jahren. Seit dem ist alles etwas leiser, etwas langsamer und etwas weniger bunt geworden - und etwas kleiner! Obwohl die Messe immer noch ziemlich riesig ist hatte man ständig das Gefühl, dass alles künstlich gestreckt wurde und man alles auch in kleinerem Rahmen hätte stattfinden lassen können.

Der LinuxPark (oder neuerdings “LinuxParc“) in Halle 5 hat sich dabei kaum verändert: in etwa die gleiche Größe, das gleiche Konzept und die gleichen Leute.  Ich habe ein paar alte Bekannte mal wieder getroffen, z.B. Marcel H., der jetzt bei RedHat ist und dort das OLPC-Notebook vorgestellt hat (sehr viel kleiner als ich dachte, das Teil), oder K.K. (Mister Knoppix), der allerdings nichts weiter übrig hatte als ein frostiges “Hallo”. Naja, so ist das halt mit Leuten mit scheinbar echten Problemen..

Auf dem Weg zur CeBIT  hat nur die Bahn mal wieder versagt: zweimal ICE-Strecke gefahren, zwei ICEs “ausgefallen”. Natürlich mit der üblichen Salamitaktik: “10 Minuten später”, “25 Minuten später”, “Zug fällt aus”. Beim ersten Zug (Siegburg-Frankfurt) stand ich dann im Reisezentrum und neben mir eine Dame zum Bahnschrankenoberamtsrat (oder so): “Und wie sicher ist es, dass der nächste auch kommt?”. Darauf der Knilch hinter’m Tresen sehr genervt und zickig: “NATÜRLICH kommt der!”. Naja, warscheinlich ist auch der erste NATÜRLICH gekommen. Ich ärgere mich darüber einfach nicht mehr, das alles ist Normalzustand. Dann kann man sich auch viel mehr freuen, wenns mal klappt mit den Zügen…allerdings fanden einige Servicepoint-Mitarbeiter es wohl schon sehr seltsam wenn ich auf eine vorgeschlagene Umsteigezeit von 4 Minuten nur noch mit einem Gackerlachen antwortete.

Auf der Rückfahrt musste ich bei den Rauchern sitzen. Mann, hoffentlich hat das endlich bald ein Ende. In geschlossenen Räumen sollte einfach nicht geraucht werden und man wird ja förmlich dazu gezwungen, sich ins Raucherabteil zu begeben, weil sonst der Zug voll ist. Dafür siehts dann dort auch aus wie in der ersten Klasse Sonntagsmorgends um halb 6: alles völlig leer, selbst ein Tischplatz ist kein Problem. Die drei oder viel Kettenraucher nebeln die Luft aber trotzdem völlig ein. Grausam. Meine Klamotten stinken wie ein in der Aschengrube ersäufter Iltis.

Ich seh doppelt..

Mittwoch, März 14th, 2007

Spiegel-Online hat sich vermehrt.

Gamer sind nicht gewaltbereit, sondern einfach nur doof

Freitag, März 9th, 2007

Ok, ok, der Titel ist etwas offensiv, aber irgendjemand musste es einfach mal sagen. Diese Aussage gilt sicherlich auch nicht für alle Gamer, aber für signifikant viele, denn wenn ich so eine Gurke wie den “offenen Brief” an den NDR bezüglich des umstrittenen Panorama-Berichts lese, zweifle ich sehr stark an der Zurechnungsfähigkeit der “Gamer-Community”.

Worum geht es in der gesamten Diskussion? Ganz einfach, es geht rein ausschließlich um

GLAUBWÜRDIGKEIT

Was sagt uns der “offene Brief” über die Glaubwürdigkeit derer, die ihn verfasst haben? Soll man einen Brief der von jemanden geschrieben wurde, der sich “Pit-Bull” nennt und diese Signatur benutzt:

wirklich ernst nehmen und ihm abnehmen, dass er doch so friedlich ist und dass es keine “Killerspiele” gibt und das absolut gar nichts mit Gewalt zu tun hat? Oder sollen wir diesen Unterzeichnern glauben:

“Wir vertreten eine große Interessengemeinschaft von Spielern und Besuchern der Seiten www.cod-infobase.de, www.opferlamm-clan.de, www.zeigteuch.de, www.gamer-sind-keine-verbrecher.de, des ESports Gaming Networks und vieler Partner- und Freundesseiten, die sich durch diesen Bericht Ihrer Reporter S. M. und T. B., verantwortlich für den Schnitt M. K., und darin enthaltene Unwahrheiten diffamiert und diskriminiert fühlen.”

Aha. www.opferlamm-clan.de. Ne, is klar. Total glaubwürdig. Sind bestimmt alles brave Jungs.

Und dass gleich der zweite positive Kommentar im Forum vom Benutzer “Weyoun” mit dieser Signatur unterschrieben wird:

ist auch reiner Zufall. Das ist alles gar nicht so wie man es sich denken könnte. Alles! Völlig!

Lieber Gamer-Community: wie wärs erstens mit ein wenig Selbstreflektion und zweitens mit einem bisschen Gespür für PR. Vielleicht klappts dann auch mit dem Protest und ihr macht euch nicht dauernd völlig lächerlich.

p.s. Nur zur Anmerkung, bevor hier das Geflame losgeht: ich finde diese fast schon faschistoide Meinungsmache gegen “Killerspiele” genauso bedenklich wie die beharrliche Selbstignoranz der Gamer. Ich spiele auch mal gerne eine Runde Half Life und sehe Computerspiele als Kunstform. Genauso wie Comics, Filme und Bücher. Die ganze Diskussion wird von beiden Seiten verantwortungslos geführt.

Real life Frogger (von Atari)

Freitag, März 9th, 2007

Ok ok, ich poste zu viele YouTube-Videos. Aber egal, der muss noch..

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Neulich am Becken

Freitag, März 9th, 2007

Neulich am firmeneigenen Aquarium:

becken.jpg

Wers nicht lesen kann: “Ja, ich weiß dass das Becken trüb ist! Das passt schon! Nils.”.

p.s. Handybilder sucken.

Oxymoron?

Montag, März 5th, 2007

Irgendwas passt hier nicht zusammen.

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Heise schreibt:

Die von Microsoft verlangten Lizenzgebühren für Schnittstelleninformationen für Arbeitsgruppen-Server seien ungerechtfertigt, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gegenüber dpa. “Der größte Teil der Informationen ist nicht innovativ.” Es sei das erste Mal seit 50 Jahren, dass sich ein Unternehmen nicht an eine EU-Kartellentscheidung halte. “Wir bewegen uns auf unbekanntem Terrain”, räumte der Sprecher ein.