Bei Bob Geldof zwitscherts
Sonntag, Juli 3rd, 2005
Da schaut man mir nichts dir nichts das Live8-Konzert, da kündigt Bob Geldof den “größten Philantropen” an, den er kennt. Wer da wohl jetzt auf die Bühne kommt? Nelson Mandela? Kofi Annan? NEIN! Es ist Bill Gates! Natürlich, warum haben wir daran nicht gedacht. Und dann sagt er das:
We have an agenda, which we’re calling the ‘DATA Agenda’: ‘Debt, AIDS and trade for Africa, in return for democracy, accountability and transparency in Africa.’
Ich bin fast von der Couch gefallen. Der Mann, der die Welt mit Monopolen überzieht, der den Raubtierkapitalismus salonfähig gemacht hat, der dessen Firma “democracy, accountability and transparency” als verzichtbare Güter ansieht, der Bill Gates, der TRIPS unterstützt und es damit den afrikanischen Nationen unmöglich macht, an billige Medikamente zu kommen. Bill Gates, der mit TCG, Softwarepatenten und IPR die Welt an die Kette legt, der Innovation und Fortschritt unmöglich machen will, solange seine Firma keine Kontrolle darüber ausübt. Dieser Bill Gates hat dort nichts zu suchen.
Oder aber Live8 ist auch nur ein aufgeblasenes PR-Spektakel ohne Tiefgang, organisiert von Weicheiern, die keine Ahnung haben, was hinter dem Tellerrand passiert. Schmalspurkometen wie Bob Geldof, die nur ihrer eigenen Wichtigkeit hinterherrennen, nicht links, nicht rechts schauen und von sich glauben, sie wären der Segen der Menschheit, unterstützt von Pseudo-Autonomen wie den Toten Hosen, die von Weltverbesserung, Demokratie und Menschlichkeit reden, nebenbei aber mit Organisationen wie der GEMA kooperieren.
Mich kotzt das an.




