Archive for April, 2005

Anhalter im Radio

Sonntag, April 24th, 2005

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Und wieder mal der Anhalter: pünktlich zum Kinofilm startet am 3. Mai das finale Kapitel der Radioserie auf BBC - Radio 4. Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, der sollte sich dieses großartige Hörspiel nicht entgehen lassen. Die BBC stellt als öffentlich-rechtlicher Sender sogar Aufzeichnungen der Sendungen jeweils eine Woche lang zum abhören über die Webseite bereit. Daran sollte sich die ARD hierzulande mal ein Beispiel nehmen. Stattdessen werden hier Hörspiele, die mit GEZ-Gebühren finanziert wurden, sofort nach der Erstsendung für teures Geld als CD angeboten, damit nochmal abgezockt werden kann.

Pagerank 5

Samstag, April 23rd, 2005

Mmmh, laut dem Pagerank-Display in meinem Firefox liegt der Google-PG von Quendor.org jetzt bei 5, was schon ziemlich gut ist. Zum Vergleich: linuxtag.org hat 7, Heise.de 8 und Google das Maximum von 10. Wenn ich nur halb so viele Hits bekomme, wie Google, dann kann ich mich ab nächste Woche zur Ruhe setzen und von Amazon-Provisionen leben, die meine Verrisse einbringen. So irgendwie glaube ich aber nicht daran *g*.

Pferde lassen Kröten detonieren

Freitag, April 22nd, 2005

Aus der Welt Kompakt:

Kröten

Und dann das noch:

Potter

Zur Wahl des neuen Papsts

Donnerstag, April 21st, 2005

TAZ

Sonic is Back!

Samstag, April 16th, 2005

Sonic
Gerade im Saturn München gesehen: die Sega 6-in-1-Konsole. Da kommt doch echtes Vintage-Feeling auf. Wer in den 80ern eine MegaDrive-Konsole hatte, kann sich nun freuen: in Deutschland ist mit “6-in-1″ jetzt ein Mini-MegaDrive mit 6 integrierten Spielen erhältlich. Für knapp 30 Euro kann man Sonic the Hedgehog, King of Monster, Golden Axe, Dr. Robotnics Mean Bean Machine, Kid Chameleon und Flicky solange spielen, bis die Batterien leer sind.

Sega 6-in-1
Die gesamte Elektronik steckt im Controller, der dem original Sega-Controller nachempfunden ist. Alte MegaDrive-Spiele laufen in diesem Gerät übrigens nicht. Nach dem fast schon legendären Atari-Stick ist mit diesem Teil wieder massives Daddeln angesagt, denn schon alleine für Sonic lohnt sich der Kauf.

Die tägliche Portion Wahnsinn

Samstag, April 16th, 2005

Wahnsinn
In den USA ist man jetzt schon terrorverdächtig, wenn man mit Koffern auf der Straße rumsteht. Dann wird man postwendend weggeschleift und das Gepäck wird gesprengt. — STOP — Ein Labor verschickt Killervirus “aus Versehen” in alle Welt. Dazu brauchts also mittlerweile auch keine arabischen Terroristen mehr. — STOP — Ein deutscher Musikproduzent kommt in den Verdacht, die Mediacontrol-Charts manipuliert zu haben. Man kann also tatsächlich etwas manipulieren, von dem keiner wirklich weiß, wie es überhaupt zustande kommt. — STOP — Schily im Antiterror-Amoklauf: Biometrie in Ausweisen kommt, um “effektive Terrorbekämpfung zu ermöglichen”. In den letzten 50 Jahren gab es in Deutschland weniger als 50 Terrortote, alleine in 2004 aber mehr als 5000 Verkehrstote. Da bleibt im Wahnsinn die Realität auf der Strecke. — STOP — Dafür werden jetzt Sprayer mit Hubschraubern gejagt. Kosten einer Flugstunde: mehr als 2000 Euro. Kosten einer Wandreinigung: 50 Euro für Putzmittel, 10 Euro für 1-Euro-Jobber (ok, das war jetzt gemein).

Antwort von der Bahn!

Freitag, April 15th, 2005

Die Bahn hat auf meine Nachricht geantwortet. Der Formbrief hat nichmal ‘ne echte Unterschrift. Ok, zumindest haben sie die feine Ironie des Textes erkannt und keinen “Danke für das Lob”-Brief geschickt. Die Maus sagt: “Klingt unglaublich, is’ aber so!”. Die Bahn sendet mir also folgendes:

Klicken für Vollansicht

..und legt zwei 5 Euro-Gutscheine für Kaffee-im-Zug bei. Ok ok, ich kapituliere, sie haben es geschafft: ich beschwere mich über Uralt-Kaffee in den Zügen und die schicken mir Gutscheine dafür!?! Ist das jetzt eine gekonnte Antwort oder einfach nur doofer Automatismus? Und der gewünschte Bahn-Pin war auch nicht dabei!

Sakrileg für Nichtleser

Sonntag, April 10th, 2005

Für all diejenigen, die meiner Empfehlung folgen und Sakrileg nicht lesen, werde ich in den nächsten Zeilen einige der interessantesten Fakten aus Sakrileg darstellen. Alle anderen sollten jetzt einfach aufhören zu lesen und lieber eine Folge “Alarm für Cobra 11″ anschauen.

Dan Brown behauptet in Sakrileg, dass Jesus gar nicht am Kreuz gestorben ist, sondern überlebt hat. Außerdem soll er mit Maria Magdalena verheiratet gewesen sein und Kinder gehabt haben. Der mythische Gral ist nichts anderes, als die ursprüngliche Wortbedeutung “Sangreal” bzw. “San Greal”: das heilige Blut, also die Nachkommen von Jesus. Diese Theorien hat Dan Brown sich nicht ausgedacht, sondern diversen Untersuchungen und Büchern zum Thema entnommen, z.B. aus Der Heilige Gral und seine Erben.

Weiterhin soll eine geheime Bruderschaft, die “Prieurè de Sion” dieses Geheimnis bis heute bewahren. Viele bedeutende historische Personen sollen Mitglied oder sogar Großmeister der Prieurè gewesen sein, darunter auch Leonardo daVinci. Leonardo hat angeblich in seinen Kunstwerken versteckte Botschaften und Hinweise auf dieses Geheimnis versteckt.

Sehen wir uns einige dieser Hinweise einmal an:

Zunächst einmal zur “Madonna in der Felsengrotte”. Leonardo malte von diesem Bild zwei Versionen. Die erste Version wurde von seinen Auftraggebern empört zurückgewiesen und Leonardo malte eine zweite, entschärfte Version. Das Original hängt heute im Louvre, die veränderte Version in London:

Erste VersionZweite Version

Im Bild ist das erste Zusammentreffen von Jesus mit Johannes dem Täufer zu sehen. Maria ist in der Mitte des Bildes dargestellt. Die Person rechts ist der Erzengel Uriel. Warum nun waren die Auftraggeber von Leonardo so erschreckt? Dan Brown interpretiert das Bild recht drastisch: Maria hält die Hand wie eine Klaue, als ob sie ein Kind am Kopf brutal festhält. Der Erzengel wiederum hält den Zeigefinger so, dass man auf die Idee kommen könnte, dass er dem unsichtbaren Kind die Kehle durchschneiden will.

Aber was würde Leonardo damit aussagen wollen? Jesus und Johannes waren entfernt verwandt, also wäre auch Johannes als Messias in Frage gekommen. Laut Dan Brown soll dieser versteckte Hinweis Leonardos Zweifel an der Göttlichkeit Jesus ausdrücken. Wie das zu den Prieurè und deren Aufgabe passen soll, bleibt Browns Geheimnis.

Ein weiterer, zugegebenermaßen faszinierender, Hinweis im Bild “Das letzte Abendmahl” beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Jesus und Maria Magdalena. Ist auf dem folgenden Bild ein Mann oder eine Frau zu sehen?

Johannes oder Maria Magdalena?

Offiziell ist dort Johannes dargestellt. Die Person sieht aber wirklich verdächtig nach einer Frau aus. Wäre das korrekt, müsste man fragen, was eine Frau beim letzten Abendmahl zu suchen hat, und wer das sein soll:

Das letzte Abendmahl

Dan Brown (und Der Heilige Gral und seine Erben) sagt, dass dies die Ehefrau von Jesus ist: Maria Magdalena. Achso: Kinder sind auf dem Bild nicht zu sehen, auch wenn man genau hinschaut.

Das waren eigentlich schon alle wichtigen Geheimnisse bzw. Theorien aus Sakrileg. Nicht viel, oder?

Sakrileg overhyped

Sonntag, April 10th, 2005

SakrilegRobert Langdon, Professor für Symbologie und derzeit in Paris, wird in den Louvre gerufen. Dort
hat die Polizei kurz zuvor den Musemsdirektor Jaques Saunière tot vor einem Gemälde von Leonardo aufgefunden. Wegen einer Notiz neben der Leiche gerät Robert Langdon ins Fadenkreuz der französischen Polizei. Es beginnt eine Jagd durch Frankreich und England, bei der Robert Langdon einer von Saunière gelegten, raffinierten Kette von Hinweisen zu einem uralten Geheimnis folgt und dabei versucht, seinen Häschern zu entgehen.

Eines vorweg: Sakrileg ist ein durchaus spannendes Buch und solide geschrieben. Der sprachliche Stil hat sich seit Illuminati deutlich verbessert. Allerdings ist das auch das einzige, was es an dem Buch zu loben gibt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache: ich halte dieses Buch für eines der überschätztesten Bücher seit Jahren. Warum sich Sakrileg seit Monaten in den Bestsellerlisten hält und dutzende von Begleitbüchern und Dokumentarfilmen erzeugt hat, kann man nur mit geschicktem Marketing erklären.

Hatte Illuminati noch eine ausgefeilte, intelligente Geschichte mit einer wirklich überraschenden Auflösung, verfügt Sakrileg nur über einen absolut linearen Aufbau mit vorhersehbaren Wendungen und einem lahmen Schluss. Man wird beim Lesen das Gefühl nicht los, dass dieses Buch ein schnell zusammengeschriebenes, geldgetriebenes Sequel zu Illuminati ist. Ich stelle mir das ungefähr so vor:

Verleger: “Hey Dan, das Illuminati läuft ja ziemlich gut, wir brauchen mehr davon!”

Dan Brown: “Klar, bis wann?”

Verleger: “Am besten vorgestern. Ist egal, was Du schreibst, Hauptsache es ist schnell fertig! Den Rest erledigt unser Marketingbudget! Har Har Har!”

Dan Brown: “Ok, Chef, kein Problem.”

Und genauso ist Sakrileg geworden: ein lahmer Aufguss von Illuminati. Schnell runtergeschrieben und ohne Ambitionen. Wer also noch vor hat, Sakrileg zu lesen, dem empfehle ich, es zu lassen - es lohnt einfach nicht.

Das war auf jeden Fall mein letzter Brown. Da warte ich doch lieber auf das nächste Buch von Andreas Eschbach.

Lost

Sonntag, April 10th, 2005

Endlich läuft Lost auch im deutschen TV. Pro Sieben zeigt die erste Staffel ab morgen jeweils Montags um 20:15. Im Pilotfilm, der letzte Woche Montag lief, stürzt ein Flugzeug auf einer einsamen Insel ab. Die 48 Überlebenden müssen sich gegen die Natur, geheimnisvolle Kreaturen und letztlich auch sich selbst verteidigen.
Lost

Lost ist eine Serie von J.J. Abrams, der schon mit Alias gezeigt hat, dass er alten Konzepten einen modernen, frischen Atem einhauchen kann. Dabei stand ihm allerdings hier schon vom Start her sehr viel mehr Geld zur Verfügung, um die Serie zu realisieren. Und das sieht man deutlich schon am Pilotfilm. Selten gab es einen so aufwendig produzierten und mit so exzellenten Schauspielern ausgestatteten Serienauftakt. Dabei ist z.B. Dominic Monaghan, besser bekannt als Merry aus dem Herrn der Ringe.

Kein Wunder also, dass diese Serie noch vor dem Abschluss der ersten Staffel in den USA schon hierzulande läuft. Als im letzten Jahr Lost in Amerika anlief, produzierte RTL in üblichem deutschen Imitationsaktionismus eine eigene Absturz-Serie: “Verschollen”. Allerdings kommt man mit einem Sandkasten in einem Kölner Studio, Bluescreen statt Meer und Darstellern auf QVC-Niveau nicht gegen eine Serie an, deren Pilotfilm schon über 10 Millionen Dollar gekostet hat und der offensichtlich nicht von Dilletanten im Crash-Verfahren zusammengeschraubt wurde.

Aber was solls, im deutschen Fernsehen wundert mich seit “Alarm für Cobra 11″ sowieso nichts mehr. Ich habe gehört, dass es jetzt einen Kinofilm zu “Der Clown” gibt. Kurze, aber vollständige Zusammenfassung der Story: gestörter Ex-Agent mit Faible für Gummimasken lässt Dinge explodieren. Tja, man bekommt, was man verdient, liebes deutsches TV-Publikum!