Archive for März, 2005

Liebe Bahn,

Freitag, März 25th, 2005

Ich muss Ihnen mal ein Kompliment aussprechen: der neue Mannheimer Bahnhof ist wirklich toll. Ich kann das beurteilen, denn ich hatte schon mehrmals das Vergnügen, ihn mir genau anzuschauen. Nur die DB-Lounge konnte ich mir noch nicht ansehen, denn dafür fehlen mir leider noch 294 Punkte auf meinem Bahn-Comfort-Konto.

Ich liebe es, mit der Bahn zu fahren. Ich liebe es, dass mir die Bahn soviel Zeit gibt, mir die diversen Immobilien der Bahn in Deutschland so genau anzusehen. Wann hat man denn sonst dazu mal Zeit, wenn nicht dann, wenn der Anschlusszug mal wieder verpasst wurde? Zwar passiert mir das in letzter Zeit bei jeder Bahnreise die ich unternehme, aber ich nehme das als gute Gelegenheit wahr.

Ich liebe es auch, im ICE zu reisen. Ich zahle gerne 2 Euro 70 für den lautstark angepriesenen frisch gebrühten Kaffee, auch wenn an der Thermoskanne ein Zettel mit einem deutlich lesbaren “6 Uhr” hängt. Aber es ist ja auch erst 9 Uhr 30, da ist das nicht so schlimm. Man gibts ja gerne.

Ich finde es klasse, wie das Reservierungssystem für Business-Kunden funktioniert. Ich bekomme zwar fast nie einen Tischplatz für mein Notebook, aber ich habe ja auch erst sieben Tage vorher die Karte besorgt, da bin ich wohl selbst dran schuld. Aber egal, meistens habe ich sowieso keine Lust mehr, was zu arbeiten, wenn ich die 500 Meter bis zum Zugende mit dem ganzen Gepäck gelaufen bin, denn mein Platz ist immer im allerletzten Waggon. Vielleicht sollte ich mal Lotto spielen, was meinen Sie?

Mittlerweile habe ich auch immer eine Mehrfachsteckdose und eine 50-Meter-Kabeltrommel im Gepäck, denn mein Notebook kann leider nicht mehr als drei Stunden ohne Stromanschluss auskommen. Ich muss allerdings schon nach zwei Stunden langsam auf die Suche nach einer Steckdose gehen, weil sonst nicht genug Zeit ist. Ein netter Gag übrigens das mit den Steckdosen: das ist wie Ostern das ganze Jahr über - wer findet die Steckdose als erstes! So bleiben die Fahrgäste die ganze Zeit beschäftigt. Vielen Dank für eine solche Innovation!

In letzter Zeit hole ich mir meine Tickets manchmal auch am Schalter. Und ich möchte wirklich mal von Ihnen wissen, wie sie ihre Mitarbeiter motivieren! Die sind wirklich immer und jederzeit nett, freundlich und humorvoll. Selbst wenn die Schlange schon bis auf die Straße steht, haben Ihre Mitarbeiter immer wieder Zeit für ein kleines Späßchen. Gerade letzte Woche wollte mir einer Ihrer Mitarbeiter ein Ticket mit einer Umsteigezeit von fünf Minuten verkaufen. Wir haben beide so gelacht.

Ich freue mich sowieso immer schon Tage vorher auf eine Bahnfahrt, denn niemals sonst habe ich die Gelegenheit, mir so die Landschaft anzusehen. Ich finde den Service der Bahn da richtig toll: sogar spontane Routenänderungen sind drin. Da geht einem doch richtig das Herz auf, wenn man nicht immer nur das Gleiche sehen muss. Gerade während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in der Regionalbahn nach Mainz und kann mir nun endlich einmal ausführlich Rheinhessen anschauen. Nun gut, es ist Nacht und eigentlich sieht man nur Schwarz, aber es ist immerhin ein Rheinhessen-Schwarz. Das alles hätte ich nie erlebt, wenn ich den ICE noch bekommen hätte. Außerdem hätte ich dann eine weitere ausführliche Inspektion des Mannheimer Bahnhofs verpasst. Kann es sein, dass sich die Verzierung der Fenster der Verwaltungsbüros im ersten Stock verändert hat? Ist mir so aufgefallen..

So, jetzt muss ich aber wirklich aufhören, denn ich muss noch etwas telefonieren, um meine Termine heute Abend um die 2 Stunden zu verschieben, die ich bei der Bahnhofsbesichtigung und der Rheinhessenrundfahrt verbummelt habe.

Nur noch schnell das: ich kann sagen, dass ich völlig begeistert bin von der Bahn. Ich glaube nicht, dass man irgendwo anders so viel erlebt wie mit Ihnen. Nächste Woche werde ich mal das Flugzeug ausprobieren, um von München nach Köln zu kommen, mal sehen ob die auch so einen tollen Service haben.

In tiefster Verehrung,
Michael Kleinhenz

p.s. Können sie mir einen von diesen tollen Bahn-Pins schicken, damit ich im Flugzeug wenigstens zeigen kann, dass ich stolzer Bahn-Kunde bin? Das wäre toll, dankeschön!

The Village - Das Dorf

Sonntag, März 20th, 2005

Mit The Village liefert M. Night Shyamalan nach “The Sixth Sense”, “Unbreakable” und “Signs” einen weiteren Mystery-Thriller ab. The Village

In einem Dorf des 19. Jahrhunderts geht die Angst um: seit Jahren hat niemand mehr das Dorf verlassen, denn im umgebenden Wald leben mythische Kreaturen, die angeblich jeden töten, der versucht ihn zu durchqueren. Lucius (wie immer kongenial von Joaquin “Signs” Phoenix dargestellt) entschließt sich, die zu Ende gehenden Vorräte an Medizin in der Stadt aufzufüllen. Der Ältestenrat des Dorfs fürchtet jedoch die Rache der Waldbewohner und versagt Lucius die Erlaubnis für die Reise. Doch es kommt alles ganz anders…

Der Schlüssel zu diesem Film liegt, wie bei allen Filmen von Shyamalan, in den letzten 15 Minuten. Bis zu diesem Punkt ging ich noch von einem technisch und schauspielerisch gut gemachten, aber langatmigen und in gewisser Weise irrelevanten Film aus. Doch auch hier kommt alles ganz anders…

Mehr kann man hier eigentlich nicht erzählen, ohne Geheimnisse vorweg zu nehmen. Ich rate einfach dazu: anschauen! 8 von 10 Punkten!

The Chronicles of Riddick

Sonntag, März 20th, 2005

“Riddick - Chroniken eines Kriegers”, so der etwas verzerrte deutsche Titel, ist der zweite Teil des Sci-Fi-Knallers “Pitch Black”. War dieser erste Teil noch ein günstig produzierter Geheimtip, wurde bei den Chroniken richtig viel Geld ausgegeben. Und das sieht man auch: die Action ist furios, die Spezialeffekte bombastisch, der Ton nahe an der Perfektion und die Regie visionär.
Riddick - Chroniken eines Kriegers

Dabei ist es bei diesem Film auch zu verschmerzen, dass die Handlung zwar nicht völlig fehlt, aber von der visuellen Bildgewalt fast verdrängt wird. Das Universum von Riddick ist bunt, es ist laut und es ist gewalttätig. Überraschend für einen Hollywood-Blockbuster bewegt sich Riddick fern jeder Political-Correctness. Vin Diesel ist die Rolle des brutalen und konsequenten Mieslings Riddick auf den Leib geschrieben. Selten gab es einen solchen Anti-Protagonisten, dem man seine Bosheit auch so konsequent abgenommen hat wie hier.

Dabei klappt die Integration in die Handlung von Pitch Black besser, als ich nach den Trailern befürchtet hatte: die völlige Neukonstruktion des Riddick-Universums fügt sich sehr gut in Gegebenheiten aus dem ersten Teil ein. Geschickt wurden auch die Musik und einzelne Handlungsfäden aus Pitch Black in den zweiten Teil eingewebt. Trotzdem fehlt der letzte Funken: ein wenig mehr Vision bei der Handlung und dieser Film hätte ein Meilenstein des Sci-Fi-Action-Kinos werden können, an den man sich noch in Jahren erinnert. Diese Chance hat er jedoch leider knapp verpasst. Herausgekommen ist dennoch eine großartige Space-Opera, die in einigen Bereichen Maßstäbe setzt - aber eben nicht in allen.

Ich bin mit keinen großen Erwartungen an diesen Film gegangen und wurde positiv überrascht. Der Film ist so bombastisch, dass man sich fast ärgert, ihn erst jetzt auf DVD zu sehen und auf der großen Leinwand verpasst zu haben. Falls Sie einen Film suchen, mit dem sie ihre Bild- und Tonanlage mal so richtig ausfahren wollen, dann nehmen Sie diesen. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Wiedergefunden! Teil 2!

Samstag, März 19th, 2005

Noch ein Fundstück: der LinuxTag-Alpha-Centauri-Patch. Dieser “Mod” für die Linux-Version des Spiels Alpha Centauri (damals herausgebracht von Loki Games, Gott hab’ sie selig) tauscht Bilder und Fraktionen aus. Damit tritt man dann gegen das LinuxTag-Team an.

Wiedergefunden!

Freitag, März 18th, 2005

Beim aufräumen habe ich das 2003er Vorankündigungsplakat als Wallpaper wiedergefunden..

Das war damals ein echter Hit, die Plakate wurden uns am letzten Tag der Messe von den Wänden geklaut und die T-Shirts mit dem Motiv sind heute noch ein Renner.

Neulich in Beuel

Freitag, März 18th, 2005

Da laufe ich durch die Einkaufstraße in Beuel und sehe das:

Lauwarm

Nicht nur, dass es “geräucherte Forelle” heißt (Zwiebelfisch lässt grüßen, ich habe 46 von 50 Fragen richtig beantwortet, ha!), da wo ich herkomme isst man sein Essen heiß. Auch Fisch.

Tintenpreise?

Donnerstag, März 17th, 2005

ich frage mich wirklich, warum eine Tintenpatrone für meinen Epson Stylus C84 als Original von Epson ganze 30 Euro kostet, wenn sie als kompatible Patrone woanders schon für 3 Euro zu haben ist…

The Grudge

Mittwoch, März 16th, 2005

Gestern hatte ich das Vergnügen, mir The Grudge ansehen zu können.
The Grudge
Zum Inhalt: Karen, eine amerikanische Austauschstudentin in Japan absolviert ein Praktikum in häuslicher Pflege. Sie wird in ihrem ersten Einsatz zu einer amerkanischen Familie geschickt, deren ältestes Mitglied, die Mutter des Hauseigentümers, seit dem Einzug nur noch apathisch vor sich hin starrt.

Karen soll für einen Tag eine Kollegin vertreten, die nicht zur Arbeit erschienen ist. Kaum angekommen und nach dem ersten Kontakt mit der ältlichen Dame, hört Karen unheimliche Geräusche vom Dachboden des ansonsten leeren Hauses. Auf der Suche nach der Quelle findet sie in einem verschlossenen Schrank einen kleinen Jungen…und damit beginnt eine Geschichte, bei der nicht wenige Leute das Zeitliche segnen werden.

Prinzipiell ist dieser Film nichts weiter, als eine weitere Variation des Themas “verfluchtes Haus”, jedoch mit einigen interessanten Variationen: zunächst ist der Schauplatz der Geschichte in Japan angesiedelt und die Handlung wird zum großen Teil davon getragen, dass sich die Protagonisten dort recht verloren und einsam fühlen. Weiterhin spielt der Film damit, dass sich völlig normale Situationen schlagartig in Horrorelebnisse verwandeln, nicht ohne mit Ton- und Schnittechnik dem Zuschauer gehörig zu erschrecken. Das gesamte Kino hat es an mehreren Stellen förmlich aus den Sitzen geworfen. Nach der dritten Schocksequenz war man sich für den Rest des Films nicht mehr sicher, wann man wieder verdammt effektiv erschreckt wird - vorbereitet war man darauf. Und genau das erzeugte ein entsprechendes Gefühl von Verunsicherung und ständigem Bereitsein für den Sprung: der Zuschauer wird durch eine Tour-de-Force gejagt und hat keine Zeit zum Luftholen.

Allerdings kann diese gute Machart auf der Meta-Ebene und das ungewöhnliche Setting auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung recht konventionell gestaltet ist, bis hinunter zum vorhersehbaren - und ein Sequel einleitenden - Schluss. Dazu kommt noch, dass selbst diese Handlung und auch das Produktionsdesign recht schamlos vom Vorreiter des Japano-Horrors The Ring abgekupfert ist. Nur ist beides dort besser ausgearbeitet und war zu seiner Zeit innovativ.

Mein Fazit: ein guter Film zum schocken, aber sonst recht flach und nachgemacht. 7 Punkte, inklusive des Sarah Michelle Gellar-Bonus.

O2 can do

Mittwoch, März 16th, 2005

Unfassbar, was ich grade auf Heise lesen konnte. Was denken sich die Leute eigentlich bei sowas. Was denkt sich das Patent- und Markenamt bei der Eintragung solcher Marken? Was denken sich die Anwälte socher Firmen?

Ich glaube ich lasse mir doch nochmal die 0 als Marke schützen. Und als Patent gleich auch..

Ich auf der Premiere

Dienstag, März 15th, 2005

Da ich grade für ein Projekt in München bin und das Hotel direkt an das Mathäser Multiplexkino grenzt, liegt es nahe, jeden Kinodienstag dazu zu nutzen, sich die neuesten Schinken reinzuziehen. Gestern Abend wollte ich die Karten für heute (The Grudge) kaufen, da stolpere ich direkt in die Filmpremiere von Robots. Zumindest sah es aus wie eine Premiere, komplett mit rotem Teppich, düsterer Security und Schickeria-People. Allerdings sah Sarah Connor in echt etwa 20 Jahre älter und 20 Kilo schwerer aus…oder war das vielleicht gar nicht Sarah Connor?? Ist “blonde Haare und steht auf dem roten Teppich bei der Robots-Premiere” ein hinreichendes Kriterium?