Archive for the ‘Politik’ Category
In zwei Wochen ist US-Wahl
Samstag, Oktober 25th, 2008Verkaufe gebrauchte CD, hinterlasse Fingerabdruck
Dienstag, Mai 8th, 2007Bekloppt, bekloppter, USA: einige Bundesstaaten haben ein Gesetz erlassen, das Second-Hand-Plattenläden verpflichtet, von Leuten, die ihnen CDs verkaufen eine Ausweiskopie und einen Fingerabdruck aufzubewahren. Das Gesetz betrifft ausschließlich den Gebraucht-Musikmarkt, nicht Second-Hand-Videospielläden oder Second-Hand-DVD-Läden.
Die Musikindustrie jubelt.
ARD, ZDF und die Realität
Donnerstag, März 29th, 2007
Laut einem Artikel auf dwdl.de fordert der ZDF-Intendant Markus Schächter allen ernstes, dass “Portale” gesetzlich verpflichtet werden, auf der Startseite die Webseiten von ARD und ZDF zu verlinken:
“In seiner Eröffnungsrede stellte ZDF-Intendant Markus Schächter das Konzept des Senders für neue medienrechtliche Regelungen vor, mit denen die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender davor geschützt werden sollen, in der Flut der neuen digitalen Angebote unterzugehen. [...] Schächter spricht in diesem Zusammenhang von einer Erweiterung des “must carry”-Regelung, die bereits in den analogen Kabelnetzen von Bedeutung ist. [...] Neu ist das Konzept der “must found”-Regelung, die Schächter umreißt. Dies bedeutet, dass die Programme von ARD und ZDF auf der Startseite der jeweiligen Plattform angebunden werden sollen.”
Scheinbar werden damit Angebote wie YouTube adressiert, die Aussagen sind aber so allgemein, dass man im Zweifelsfall und wenn es geeignet erscheint sicherlich den Anspruch auch auf beliebige Webangebote ausdehnen kann.
Mir würde es ja schonmal reichen, wenn ARD und ZDF ihre Streaming-Angebote mal zur Abwechslung mit offenen Standards realisieren würden, anstatt auf WindowsMedia und RealVideo zu setzen. Getreu dem Motto von Intendant Schächter:
“Damit die Programme nicht nur verbreitet, sondern auch gesehen werden.”
Schätzchen des Monats
Mittwoch, März 28th, 2007Auf Telepolis findet sich ein interessanter Artikel zum Thema EU-Verfassung. Daraus folgendes:

“[...] zum Beispiel Elmar Brok, der Sprecher der europäischen Christdemokraten im EU-Verfassungskonvent. Auch er muss wenig Zuneigung zum Grundgesetz haben, zumindest wenn man sich die von ihm in den EU-Verfassungsvertrag eingebrachten Elemente und den Unterschied zu den entsprechenden Vorschriften im Grundgesetz ansieht. Brok setzte dort unter anderem in Art. II-77 Abs. 2 durch, dass das Recht auf “Geistiges Eigentum” absolut gesetzt wurde und keiner sozialen Verpflichtung unterliegt. Der neben Friedrich Merz und Hans-Joachim Otto prominenteste Gegner der Offenlegung von Nebentätigkeiten bei Abgeordneten war auch maßgeblich verantwortlich für die EU-Urheberrechtsrichtlinie. Hinter ihm steht der Bertelsmann-Konzern, der seinen Profit erheblich steigern könnte, wäre er nicht durch das deutsche Grundgesetz gebunden. [...]
In die Kritik geriet Brok vor zwei Jahren, als ihm der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim “legale Korruption” vorwarf. Seine Beteuerungen, er trenne sein Parlamentsmandat und die Interessen des Bertelsmann-Konzerns “messerscharf”, hielten nur so lange, bis der fraktionslose Abgeordnete Hans-Peter Martin auf seiner Website interne Bertelsmann-Papiere veröffentlichte.”
Bisher habe ich das Verfassungsprojekt ja eher positiv gesehen. Allerdings sollte ich mich wirklich mal damit beschäftigen, was da wirklich drin steht. Scheint ein wahres Meisterwerk von echten Proto-Politikern zu sein. (Bild: Europäisches Parlament)
Gamer sind nicht gewaltbereit, sondern einfach nur doof
Freitag, März 9th, 2007Ok, ok, der Titel ist etwas offensiv, aber irgendjemand musste es einfach mal sagen. Diese Aussage gilt sicherlich auch nicht für alle Gamer, aber für signifikant viele, denn wenn ich so eine Gurke wie den “offenen Brief” an den NDR bezüglich des umstrittenen Panorama-Berichts lese, zweifle ich sehr stark an der Zurechnungsfähigkeit der “Gamer-Community”.
Worum geht es in der gesamten Diskussion? Ganz einfach, es geht rein ausschließlich um
Was sagt uns der “offene Brief” über die Glaubwürdigkeit derer, die ihn verfasst haben? Soll man einen Brief der von jemanden geschrieben wurde, der sich “Pit-Bull” nennt und diese Signatur benutzt:
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wirklich ernst nehmen und ihm abnehmen, dass er doch so friedlich ist und dass es keine “Killerspiele” gibt und das absolut gar nichts mit Gewalt zu tun hat? Oder sollen wir diesen Unterzeichnern glauben:
“Wir vertreten eine große Interessengemeinschaft von Spielern und Besuchern der Seiten www.cod-infobase.de, www.opferlamm-clan.de, www.zeigteuch.de, www.gamer-sind-keine-verbrecher.de, des ESports Gaming Networks und vieler Partner- und Freundesseiten, die sich durch diesen Bericht Ihrer Reporter S. M. und T. B., verantwortlich für den Schnitt M. K., und darin enthaltene Unwahrheiten diffamiert und diskriminiert fühlen.”
Aha. www.opferlamm-clan.de. Ne, is klar. Total glaubwürdig. Sind bestimmt alles brave Jungs.
Und dass gleich der zweite positive Kommentar im Forum vom Benutzer “Weyoun” mit dieser Signatur unterschrieben wird:
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ist auch reiner Zufall. Das ist alles gar nicht so wie man es sich denken könnte. Alles! Völlig!
Lieber Gamer-Community: wie wärs erstens mit ein wenig Selbstreflektion und zweitens mit einem bisschen Gespür für PR. Vielleicht klappts dann auch mit dem Protest und ihr macht euch nicht dauernd völlig lächerlich.
p.s. Nur zur Anmerkung, bevor hier das Geflame losgeht: ich finde diese fast schon faschistoide Meinungsmache gegen “Killerspiele” genauso bedenklich wie die beharrliche Selbstignoranz der Gamer. Ich spiele auch mal gerne eine Runde Half Life und sehe Computerspiele als Kunstform. Genauso wie Comics, Filme und Bücher. Die ganze Diskussion wird von beiden Seiten verantwortungslos geführt.
Oxymoron?
Montag, März 5th, 2007Irgendwas passt hier nicht zusammen.


Heise schreibt:
Die von Microsoft verlangten Lizenzgebühren für Schnittstelleninformationen für Arbeitsgruppen-Server seien ungerechtfertigt, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes gegenüber dpa. “Der größte Teil der Informationen ist nicht innovativ.” Es sei das erste Mal seit 50 Jahren, dass sich ein Unternehmen nicht an eine EU-Kartellentscheidung halte. “Wir bewegen uns auf unbekanntem Terrain”, räumte der Sprecher ein.
Würstchenverkäufer und Terroristen
Mittwoch, Juni 21st, 2006Wieder mal ein Telepolis-Artikel, der mir aus der Seele spricht. Rolf Gössner zur WM:
Die Bundesrepublik [..] nimmt dieses sportliche Mega-Ereignis zum Anlass, den Staat noch weiter aufzurüsten, verschärft auf Überwachung und Kontrolle zu setzen, auf Abschottung und Ausgrenzung, auf Machtdemonstration und Abschreckung. Schon im Vorfeld der WM schien es, als würde in einer Art von nationalem Sicherheitswahn der Ausnahmezustand geradezu herbeiphantasiert, als müsse sich der Gastgeber Deutschland vor einem feindlichen Überfall schützen, als wäre die WM ein Großschadensereignis und kein Sportfest.
und weiter:
Es gibt, wie gesagt, ein WM-Bedrohungsszenario, mit dem fleißig innere Sicherheitspolitik betrieben wird. Gerade diese Art von “Sicherheitspolitik” folgt einem Trend, der schon lange eingeschlagen worden ist und der seit den Terroranschlägen in den USA vom 11.9.2001 verschärft vorangetrieben wird. Seitdem liefert die “internationale Terrorgefahr” eine bewährte Super-Legitimation für schwere Grundrechtseingriffe. Diese ständige diffuse Bedrohung legitimiert offenbar die Preisgabe von Bürgerrechten und begünstigt angepasstes Wohlverhalten der Bürgerinnen und Bürger: “Angst ist das Schmieröl der Staatstyrannei”, so lautet eine frühe Erkenntnis sinngemäß.
Berliner Senat in der Logikfalle
Montag, Juni 12th, 2006Heise schreibt, dass sich der Berliner Senat gegen eine vollständige Umstellung der Verwaltung auf Open-Source ausgesprochen hat - mit einer recht abenteuerlichen Begründung:
In dem neuen Bericht können die Abgeordneten nachlesen, dass die “vollständige Umstellung” der Server- und Arbeitsplatzsoftware auf Linux eine “völlige Abkehr” vom Berliner “Open-Systems-Konzept” darstelle. Gemäß dieser “vom Senat verfolgten und dem Parlament bereits in diversen Berichten dargelegten Strategie” sei die Hauptaufgabe die Einrichtung “offener IT-Architekturen”. Erreicht werden soll damit “die für einen wirtschaftlichen IT-Einsatz erforderliche Herstellerunabhängigkeit und Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lösungen”.
“Ich nehme Microsoft, weil ich herstellerunabhängig und offen sein will”. Alles klar?






