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Archive for the ‘Bücher’ Category

Sakrileg für Nichtleser

Sonntag, April 10th, 2005

Für all diejenigen, die meiner Empfehlung folgen und Sakrileg nicht lesen, werde ich in den nächsten Zeilen einige der interessantesten Fakten aus Sakrileg darstellen. Alle anderen sollten jetzt einfach aufhören zu lesen und lieber eine Folge “Alarm für Cobra 11″ anschauen.

Dan Brown behauptet in Sakrileg, dass Jesus gar nicht am Kreuz gestorben ist, sondern überlebt hat. Außerdem soll er mit Maria Magdalena verheiratet gewesen sein und Kinder gehabt haben. Der mythische Gral ist nichts anderes, als die ursprüngliche Wortbedeutung “Sangreal” bzw. “San Greal”: das heilige Blut, also die Nachkommen von Jesus. Diese Theorien hat Dan Brown sich nicht ausgedacht, sondern diversen Untersuchungen und Büchern zum Thema entnommen, z.B. aus Der Heilige Gral und seine Erben.

Weiterhin soll eine geheime Bruderschaft, die “Prieurè de Sion” dieses Geheimnis bis heute bewahren. Viele bedeutende historische Personen sollen Mitglied oder sogar Großmeister der Prieurè gewesen sein, darunter auch Leonardo daVinci. Leonardo hat angeblich in seinen Kunstwerken versteckte Botschaften und Hinweise auf dieses Geheimnis versteckt.

Sehen wir uns einige dieser Hinweise einmal an:

Zunächst einmal zur “Madonna in der Felsengrotte”. Leonardo malte von diesem Bild zwei Versionen. Die erste Version wurde von seinen Auftraggebern empört zurückgewiesen und Leonardo malte eine zweite, entschärfte Version. Das Original hängt heute im Louvre, die veränderte Version in London:

Erste VersionZweite Version

Im Bild ist das erste Zusammentreffen von Jesus mit Johannes dem Täufer zu sehen. Maria ist in der Mitte des Bildes dargestellt. Die Person rechts ist der Erzengel Uriel. Warum nun waren die Auftraggeber von Leonardo so erschreckt? Dan Brown interpretiert das Bild recht drastisch: Maria hält die Hand wie eine Klaue, als ob sie ein Kind am Kopf brutal festhält. Der Erzengel wiederum hält den Zeigefinger so, dass man auf die Idee kommen könnte, dass er dem unsichtbaren Kind die Kehle durchschneiden will.

Aber was würde Leonardo damit aussagen wollen? Jesus und Johannes waren entfernt verwandt, also wäre auch Johannes als Messias in Frage gekommen. Laut Dan Brown soll dieser versteckte Hinweis Leonardos Zweifel an der Göttlichkeit Jesus ausdrücken. Wie das zu den Prieurè und deren Aufgabe passen soll, bleibt Browns Geheimnis.

Ein weiterer, zugegebenermaßen faszinierender, Hinweis im Bild “Das letzte Abendmahl” beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Jesus und Maria Magdalena. Ist auf dem folgenden Bild ein Mann oder eine Frau zu sehen?

Johannes oder Maria Magdalena?

Offiziell ist dort Johannes dargestellt. Die Person sieht aber wirklich verdächtig nach einer Frau aus. Wäre das korrekt, müsste man fragen, was eine Frau beim letzten Abendmahl zu suchen hat, und wer das sein soll:

Das letzte Abendmahl

Dan Brown (und Der Heilige Gral und seine Erben) sagt, dass dies die Ehefrau von Jesus ist: Maria Magdalena. Achso: Kinder sind auf dem Bild nicht zu sehen, auch wenn man genau hinschaut.

Das waren eigentlich schon alle wichtigen Geheimnisse bzw. Theorien aus Sakrileg. Nicht viel, oder?

Sakrileg overhyped

Sonntag, April 10th, 2005

SakrilegRobert Langdon, Professor für Symbologie und derzeit in Paris, wird in den Louvre gerufen. Dort
hat die Polizei kurz zuvor den Musemsdirektor Jaques Saunière tot vor einem Gemälde von Leonardo aufgefunden. Wegen einer Notiz neben der Leiche gerät Robert Langdon ins Fadenkreuz der französischen Polizei. Es beginnt eine Jagd durch Frankreich und England, bei der Robert Langdon einer von Saunière gelegten, raffinierten Kette von Hinweisen zu einem uralten Geheimnis folgt und dabei versucht, seinen Häschern zu entgehen.

Eines vorweg: Sakrileg ist ein durchaus spannendes Buch und solide geschrieben. Der sprachliche Stil hat sich seit Illuminati deutlich verbessert. Allerdings ist das auch das einzige, was es an dem Buch zu loben gibt. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache: ich halte dieses Buch für eines der überschätztesten Bücher seit Jahren. Warum sich Sakrileg seit Monaten in den Bestsellerlisten hält und dutzende von Begleitbüchern und Dokumentarfilmen erzeugt hat, kann man nur mit geschicktem Marketing erklären.

Hatte Illuminati noch eine ausgefeilte, intelligente Geschichte mit einer wirklich überraschenden Auflösung, verfügt Sakrileg nur über einen absolut linearen Aufbau mit vorhersehbaren Wendungen und einem lahmen Schluss. Man wird beim Lesen das Gefühl nicht los, dass dieses Buch ein schnell zusammengeschriebenes, geldgetriebenes Sequel zu Illuminati ist. Ich stelle mir das ungefähr so vor:

Verleger: “Hey Dan, das Illuminati läuft ja ziemlich gut, wir brauchen mehr davon!”

Dan Brown: “Klar, bis wann?”

Verleger: “Am besten vorgestern. Ist egal, was Du schreibst, Hauptsache es ist schnell fertig! Den Rest erledigt unser Marketingbudget! Har Har Har!”

Dan Brown: “Ok, Chef, kein Problem.”

Und genauso ist Sakrileg geworden: ein lahmer Aufguss von Illuminati. Schnell runtergeschrieben und ohne Ambitionen. Wer also noch vor hat, Sakrileg zu lesen, dem empfehle ich, es zu lassen – es lohnt einfach nicht.

Das war auf jeden Fall mein letzter Brown. Da warte ich doch lieber auf das nächste Buch von Andreas Eschbach.

Und noch ein Verriss

Samstag, März 12th, 2005

Naja, es scheint ja langsam Standard zu werden, dass ich hier Dinge verreisse. Aber was soll ich machen, die Welt ist schlecht. Und schlecht ist auch das Buch “Java 5 im Einsatz” von Friedrich Esser. Das Tiger-Release: Java 5 im Einsatz - Generics, Enums, Concurrent Programming
Zunächst dachte ich, dass ich einfach zu doof bin, zu verstehen, was der Mann dort schreibt. Nachdem ich diese Möglichkeit verwarf, vermutete ich, dass die neuen Features von Java 5 einfach sehr komplex sind. Ok, das erklärt nicht, warum der Autor den geplagten Leser mit jeder Menge verschachtelten Sätzen quält, die zudem noch angefüllt mit selbsterfunden Anglizismen sind. Nachdem ich aber die Amazon-Kritiken gelesen habe, bin ich etwas beruhigt, dass ich nicht doof bin und Java 5 auch nicht von überbordender Komplexität ist.

Ich weiss wirklich nicht, was der Autor sich bei diesem Text gedacht hat. Da sind Kästchen in den Text eingefügt, die rhetorische Fragen stellen, oder einfach nur zusammenhangslosen Text enthalten. Fast hat man den Eindruck, dass dort die Anmerkungs-PostIts des Lektors (so denn irgendjemand aus dem Hause Galileo dieses Buch vor dem Druck überhaupt gelesen hat – ich bezweifle es) aus Versehen in den Druck gelangt sind. Das Ganze wirkt wie ein privates Brainstorming – eine gute Basis für ein Buch, dass man irgendwann mal schreiben will…!

Am Ende kann man sagen, dass ich mir in Zukunft einen Buchkauf aus dem Hause Galileo dreimal überlegen werde. Mein Beileid an die Studenten von Herrn Esser: wenn seine Vorlesungen genauso gestaltet sind, wie dieses Buch, kann ich sie nur bedauern.

In Progress: Sakrileg

Freitag, Januar 14th, 2005

Gerade lese ich Sakrileg von Dan Brown. Bisher hat sich der Roman recht träge davonbewegt, allerdings kommt nun (ab ca. Seite 150) langsam Fahrt in die Sache.
Sakrileg

Nachdem ich vor einigen Monaten schon Illuminati, den Vorgängerroman gelesen hatte, und ihn ziemlich gut fand, bin ich natürlich mit gewissen Erwartungen an Sakrileg gegangen. Natürlich hat Dan Brown nicht die literarische Qualität z.B. eines Andreas Eschbach und seine Charaktere sind teilweise etwas unglaubwürdig: Robert Langdon, der Held von Illuminati und Sakrileg ist Professor für Symbologie, Sportskanone, Adonis und Profi-Intellektueller in einer Person. Sozusagen ein “Übernerd”. Pffft.. Trotzdem sind die Geschichten spannend und logisch aufgebaut. Und dann bekommt man immer noch einen Schuss Geschichte und Kultur übergeholfen, Illuminati konnte man fast schon als Werbeschrift für einen Rom-Besuch gelten lassen.

Sobald ich durch bin, werde ich eine ausführliche Kritik schreiben.

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