Archive for the ‘Bücher’ Category

Ein sechster Anhalter!

Mittwoch, September 17th, 2008

Ach du meine Güte: Eoin Colfer schreibt einen sechsten Anhalter-Band. Ich liebe Eoin Colfer, seine “Artemis Fowl“-Serie ist richtig gut. Aber ob er wirklich dazu fähig ist, eine Legende adäquat fortzusetzen wage ich zu bezweifeln. Aus meiner Sicht kann er nur verlieren. Wenn schon eine Fortsetzung, dann hätte ich mir jemand anderen dafür gewünscht. Ich bin skeptisch, aber das Buch lesen werde ich trotzdem.

Eine unberührte Welt

Mittwoch, September 10th, 2008

Der neue Eschbach ist da! Diesmal eine Kurzgeschichtensammlung. Zuerst war ich etwas skeptisch, weil solche Sammlungen meistens eine Art “Resteverwertung” darstellen. Tatsächlich finden sich in dem Band keine wirklich neuen Stories. Alles wurde bereits irgendwo anders veröffentlicht (allerdings teilweise in kleinen Fanzines) oder stammt aus Eschbachs “Schublade”, wie er selber in mehreren Einleitungen zu den einzelnen Geschichten schreibt.

Eine unberührte Welt” enthält Kurzgeschichten, denen man ihr Alter deutlich anmerkt. Aber gerade dadurch und durch die ebenfalls enthaltenen neueren Texte wird die Entwicklung Eschbachs als Schriftsteller über die Jahre deutlich. Und dies zu entdecken und die tollen Einleitungen zu lesen macht fast mehr Spaß als die eigentlichen Geschichten.

Besonders hervorzuheben ist die Story im Haarteppichknüpfer-Universum. Schon den den Originalromanhalte ich für einen der besten Dinge, die Eschbach jemals geschrieben hat. Die Kurzgeschichte handelt von Konventionen, Regeln, Schicksal und dem Entkommen daraus auf dem Hintergrund einer zerfallenden Gesellschaft. Das alles äußerst “nah” beschrieben und glaubhaft getriebenen Charakteren. Einfach Großartig! Kaufbefehl!

Cosmo Hill - Der Supernaturalist

Freitag, September 5th, 2008

In Berlin war ich wieder einmal bei Otherland und habe mich mit Büchern eingedeckt. Die Beratung da ist echt toll! Diesmal hat es Dan Simmons “Helix” und das neue Buch von Eoin Colfer erwischt. “Cosmo Hill: Der Supernaturalist” ist nach Artemis Fowl wohl der Auftakt einer neuen Jugendbuchserie. Leider hatte Otherland den Titel nur in Deutsch da, die Artemis Fowl-Romane habe ich jeweils auf Englisch gelesen.

Obwohl ich den Roman in nur 3 Tagen durch hatte, hinterlässt die Story doch einen leicht faden Beigeschmack: das Setting ist schon recht nett und die Charaktere glaubhaft, aber die gesamte Story hat Plotholes, so groß wie in einem durchschnittlichen Hollywood-Blockbuster. Einige Dinge sind einfach platt und sinnlos, andere nicht zu Ende gedacht. Ich glaube, dem Text fehlt noch eine letzte kritische Überarbeitung: gute Ansätze sind da, werden aber nicht gut genug genutzt.

Insgesamt eine Enttäuschung, vor allem nach der großartigen Artemis Fowl-Reihe.

Endlich

Samstag, Februar 24th, 2007

…der neue Eschbach ist da. Gut, dass ich mit Zersetzung grade fertig bin.

Wird dieses Wochenende gelesen..

Indirekte Strategien

Mittwoch, Mai 31st, 2006

Mind Performance Hacks. Tipps and Tools for Overclocking your BrainDa ich mich gerade u.a. mit Kreativitätstechniken beschäftige (weswegen ich gerade dieses Buch lese) habe ich die “Oblique Strategies” von Brian Eno und Peter Schmidt ins Deutsche übersetzt und als Karten zum Ausdrucken layoutet. Das PDF passt z.B. auf die Kartenvorlagen von Pearl. Mehr Infos zu Oblique Strategies gibt es hier.
Aber Achtung: das Deck ist nichts für Leute ohne Fantasie. Es soll primär zum Denken anregen und dadurch neue Ideen herausfordern. Wer mit “hinterfrage den heroischen Ansatz!” nicht anfangen kann, der sollte lieber Kreuzworträtsel lösen um den “mental random number generator” zu seeden. Blurb.

Das Buch ist übrigens klasse. Es geht nicht nur auf Kreativität ein, sondern auch auf Gedächnistraining, Im-Kopf-Rechnen (”put down that calculator!”), Entscheidungen treffen und Kommunikationstechniken. Wer schon immer mal wissen wollte wie man mit den Fingern bis 100 zählt, der muss dieses Buch lesen. Kaufbefehl!

Sakrileg strikes back

Donnerstag, Mai 18th, 2006

Telepolis hat einen köstlichen Artikel zu “The DaVinci Code” veröffentlicht. Ausschnitte gefällig?

Grob-schrille Umschläge, bluttriefende Buchstaben [...] markieren die angepeilte Zielgruppe, die irgendwo zwischen literarischen Analphabeten und den Lesern von “P.M. WISSENSCHAFT” liegen dürfte. [...] “Beim ersten Mal versteht man gar nichts, und beim zweiten Lesen fragt man sich: ‘Warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen?’” - so hat Hollywoodstar Tom Hanks, der hier die Hauptrolle des Kunsthistorikers und Symbolforschers Robert Langdon spielt, von seiner persönlichen Lektüre-Erfahrung berichtet, und damit “The Da Vinci Code” eigentlich ganz gut auf den Punkt gebracht. “The Da Vinci Code” ist ein Trivialschmöker, stilistisch ungefähr auf dem Niveau von Enid Blytons “Fünf Freunde”-Romanen oder den “Drei Fragezeichen”, der seine vielen Kapitel immer mit hübschen Cliffhanger-Fragen abschließt, wegen denen man - “und was jetzt?” - das Buch nicht weglegt, obwohl sie sich dann später regelmäßig in Nichts auflösen oder in ein neues Rätsel transformiert werden. Darüber hinaus ist alles erwachsenengerecht noch mit ein bisschen abendländischer Bildung angereichert, in Fast-Food-mäßig konsumierbarer Form versteht sich.

Dazu ist nichts mehr hinzuzufügen.

Soulfire

Montag, Februar 6th, 2006

Tja, da will man sich eigentlich nur die Nullnummer von Fathom im lokalen Comicshop besorgen, da lächelt einen eine weitere neue Serie von Michael Turner an: Soulfire. Gesehen, gestaunt, gekauft.
soulfire.jpg

Soulfire ist eine Fantasyserie, die in der Gegenwart(!) spielt. Komplett mit Elfen und Drachen. Vom ersten Durchblättern ein echter Knaller fürs Auge und eine spannende Story.

Fathom - Dawn of War

Samstag, Februar 4th, 2006

FathomGestern habe ich mir seit langem mal wieder einen aktuellen Comic gekauft. Anlass war das Erscheinen der neuen Fathom-Serie. Wikipedia schreibt zur Handlung:

The storyline revolves around a young marine biologist, Aspen Matthews, who finds she is the descendent of a race of aquatic beings who can control water with their minds. She then finds that her race values her highly because of the time she spent with humans on land. It is later discovered that there are two underwater races and that they have their own agendas. Aspen, her friends, and the rest of mankind are affected by the underwater dilemmas and the actions of the world below.

Die Serie kann ich jedem nur empfehlen. Die ersten beiden Ausgaben sind momentan noch im normalen Buchhandel erhältlich.

Mein Ausflug ins Pulp

Sonntag, Mai 29th, 2005

Pulp, das ist laut Wikipedia zuerst mal eine “Masse aus Fruchtfasern”, die auf dem Weg zur Konfitüreherstellung anfällt. Dass man aus Heftchenromanen wie Sternenfaust oder Mission Mars Fruchtgelee herstellen kann, scheint mir allerdings zumindest zweifelshaft. Aber auch auf der literarischen Seite (ich schäme mich schon, in einem Artikel über diese Art Romane überhaupt dieses Wort in den Mund bzw. die Tastatur zu nehmen) findet man dort hauptsächlich Ungenießbares.

SternenfaustNachdem ich schon länger mehr oder weniger intensiv aber gelegentlich (auch das geht) Perry Rhodan lese, bin ich eigentlich von einer gewissen Mindestqualität bei den wenigseitigen Heftchen ausgegangen. Da in letzter Zeit die Sci-Fi-Serien in diesem Bereich nur so aus dem Boden sprießen, und ich nicht wirklich Lust auf Weltkriegsgeschichten a la “Lanzer” habe, bin ich kurz vor einer 4,5-Stunden-Reise in der zweiten Bahnklasse schwach geworden und habe ein Euro fünfzig für Exemplar Nummer 6 der Serie “Sternenfaust” ausgegeben.

Kommen wir zunächst zur guten Seite des Ganzen: das Heft passt prima in die kleinste Tasche, denn es lässt sich winzig zusammenrollen oder -falten. Das wars aber auch schon mit den tollen Dingen an dem Ding. Der Roman selbst ist hüstel grausig - und zwar nicht wegen eines etwaig gorigen Inhalts. Berichte oder Inhaltsangaben über die Story lasse ich an dieser Stelle weg, es ist einfach wert- und sinnlos, etwas darüber zu schreiben. Der Text von “Christian Schwarz” (an alle Lektoren der Republik: nehmt diesen Namen in eure schwarze Liste auf!) wirkt wie der Aufsatz eines Neuntklässlers, der sich als Möchtegen-Schriftsteller betätigt. Lieber Bastei-Verlag: Kinderarbeit ist hierzulande verboten! Oder (und das könnte man anhand der Story fast glauben) werden diese Romane in Indien auf der Straße “erzeugt”, so wie die WM-Fußbälle? Ich habe noch nie erlebt, dass sich auf knapp 60 Seiten so viele Plattheiten, Stilblüten, Handlungslöcher, Klischees, Vertipper, und Dialoggrausamkeiten vereinigt haben. Wenn ich es recht überdenke könnte das alles ganz anders gemeint sein: als Gesamtkunstwerk des Trivialen… Ja genau, “Christian Schwarz” ist der Joseph Beuys der modernen Literatur. Bastei, ihr habt da ein verkanntes Genie! Ich nehme alles zurück!

Mission MarsNachdem ich mich ständig irre lachend am Rande des intellektuellen Wahnsinns durch “Sternenfaust” gekämpft hatte, habe ich zu bewährter Kost gegriffen: Wolfgang Hohlbeins “Mission Mars”, das dieser Tage als zwölfbändige Heftromanserie gestartet ist. Zwar ist hier die schriftstellerische Qualität durchaus vorhanden und auf Hohlbein-üblichem Niveau, aber die Story ist zumindest im ersten Band ebenfalls etwas platt. Außerdem merkt man Hohlbein seine Routine deutlich an: wahrscheinlich hat er nicht mehr als zwei bis drei Tage an dem Heft geschrieben. Ich fand aber auch schon immer, dass Hohlbein deutlich besser ist, wenn er sich kurz fassen muss — unvergessen die Hexer-Abenteuer, die richtig schlecht wurden, als sie das Heftroman-Format verließen und auf 400-Seiten-Schinken zusteuerten. Trotzdem: tausendfach gesehene, seelenlose Fabrikware.

Nun gut. Was nehmen wir nun aus diesen Experimenten mit? Ein völlig indisktables Machwerk und eine vorm Frühstück runtergeratterte Massenware…ich denke ich lasse das demnächst mit dem Experimentieren, man will sich seinen mühsam angesammelten, bescheidenen Intellekt ja nicht unnötig ruinieren. Ein guter Eschbach passt zwar nicht in die Jackentasche, hat aber auch nicht-physikalisch das richtige Format.

Ach, ja, im Moment lese ich “Der Letzte seiner Art”.

Anhalter im Radio

Sonntag, April 24th, 2005

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
Und wieder mal der Anhalter: pünktlich zum Kinofilm startet am 3. Mai das finale Kapitel der Radioserie auf BBC - Radio 4. Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, der sollte sich dieses großartige Hörspiel nicht entgehen lassen. Die BBC stellt als öffentlich-rechtlicher Sender sogar Aufzeichnungen der Sendungen jeweils eine Woche lang zum abhören über die Webseite bereit. Daran sollte sich die ARD hierzulande mal ein Beispiel nehmen. Stattdessen werden hier Hörspiele, die mit GEZ-Gebühren finanziert wurden, sofort nach der Erstsendung für teures Geld als CD angeboten, damit nochmal abgezockt werden kann.