Quo Vadis, Novell?

NovellNachdem nun Novell mit Richard Seibt den ex-SuSE-CEO gefeu^h^h^h^hverloren hat, muss man sich fragen, wie sich Novell in der Zukunft technisch und politisch entwickeln wird. Nachdem man mit Nat Friedman einen ex-Ximian-Mann zum “Vice President of Linux Desktop Engineering” gemacht hat, kann man sich schon ausmalen, dass der zentrale Desktop für zukünftige Produkte aus dem Hause Novell sicherlich nicht KDE heißen wird. Die Verpflichtung von Miguel de Icaza, dessen merkwürdig-vehementes Eintreten für Dotnet und seine wunderlichen Meinungen über objektorientierte Softwareentwicklung schon früher zu Irritationen geführt haben, tut sein übriges.

Dass Gnome technisch hinterhinkt ist dabei völlig egal, KDE ist eben “not invented in god’s own country”. Nun gut, die Akzeptanz zumindest in Europa wird darunter zu leiden haben. Allerdings ist der europäische Markt für Novell sowieso scheinbar irrelevant. Anders lässt sich beispielsweise die komplette Ignoranz der immerhin wichtigsten Linux-Messe Europas, dem LinuxTag in Karlsruhe, nicht erklären. Novell ist in diesem Jahr dort nur mit einem winzigen Stand vertreten - die Firma, die von sich selbst behauptet “the market’s largest Linux vendor” zu sein. Peinlich.

2 Antworten auf “Quo Vadis, Novell?”

  1. lemming schreibt:

    Nun, Novell war auf der GUADEC sehr stark vertreten und versucht z.B. mit seinen Usability-Tests GNOME und KDE zu verbessern.

  2. enderby schreibt:

    “Quidquid id est, timeo Danaos, et dona ferentes”.
    Die Strategie war schon für mehreren Jahrtausenden erprobt, als Lakoon die Trojaner vor dem Geschenk der Griechen, einem hölzernen Pferd, warnte (und diese Warnung mit dem Tod bezahlte).
    Wichtiger jenseits der Desktop Geschmacksfragen ist sicherlich die immer bedenklicher werdende US-amerikanische Industriedominanz in GNU/Linux. Diese Strategie hat zwei Threads:
    1. Vereinheitlichung: Der Welt wird erklärt, es gebe zu viele Desktops, Anwendungen die das gleiche tun, usw. usf.
    2. _Eine_ Lösungung (hier GNOME) wird als maßgeblich ausgerufen und supported.
    3. Kontrolle wird über deren Entwicklung ausgeübt, z.B. indem man die Maintainer+relevant Entwickler einkauft.

    Und wozu das alles: Dadurch soll letztlich GNU/Linux vollständig kontrolliert werden, ohne Probleme mit z.B. GPL-Lizenzen zu bekommen.

    Bleibt zu hoffen: Gegen Debian werden diese Strategien nichts nützen.

    Enderby

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