Dienstag, 5. Januar 2010

Qualitätssicherung in Mission-Critical-Systemen?

Einige Geldautomaten oder deren Backendsysteme haben einen Jahr-2010-Bug. Das Problem scheint so schwerwiegend zu sein, dass es eine größere Medienwelle ausgelöst hat.


Dabei verwundert mich ein wenig, dass ein Problem dieses Kalibers scheinbar in keinem vorherigen QS-Verfahren aufgefallen ist was mich wiederum stark an an den QS-Prozessen der Bankenwirtschaft zweifeln lässt. Bei derlei Mission-Critical-Systemen erwarte ich eine lückenlose QS, die wirksam verhindert, dass in Systemen dieses Kalibers solche schweren Fehler auftreten. Zumindest nicht im Produktivbetrieb.


Noch seltsamer ist allerdings, dass “das Problem” am 1.1. aufgetreten und bereits am 4.1. als “gelöst” bezeichnet wurde. Das bedeutet für mich, dass die “Lösung”, die laut Spiegel in einem “Update der Software der Automaten und Händlerterminals” bestand, wohl kaum durch eine vernünftige QS gelaufen sein kann. Denn abseits jeder Automatisierung und Professionalisierung der QS-Prozesse: eine korrekte QS benötigt Zeit und ich mutmaße, dass es sich hier um kein kleines System handelt, das in wenigen Stunden komplett auf Seiteneffekte abgeklopft werden kann – zumal sich ja bereits gezeigt hat, dass die QS-Prozesse sowieso sichtbare Probleme haben.


Im Schluss bedeutet dass, dass vermutlich eine nicht korrekt getestete Software durch eine neuere Version nicht korrekt getesteter Software ausgetauscht wurde und wir uns alle auf das nächste Problem freuen können.