Auf der IFA war ich bei mehreren Herstellern von MP3-Playern: Markenproduzenten wie
iRiver und
Sandisk aber auch bei Noname-Produzenten in der Asia-Halle. Bei allen das identische Verhalten: von ihrem eigenen Marktumfeld keinen blassen Schimmer. Keiner kannte
Rockbox oder wollte davon jemals irgendwas gehört haben. Selbst darauf angesprochen, dass auf der iRiver H300-Serie Rockbox deutlich mehr bietet als die Original-Firmware, waren die Koreaner überrascht.
Bei den Appliances ist es aus meiner Sicht immer das Gleiche: man baut einigermaßen gute Hardware, vernachlässigt aber die Software mehr oder weniger vollständig. Bestes Beispiel ist der
Sansa View, mein aktueller MP3-Player: tolle Hardware aber die Firmware wird von Version zu Version immer schlechter. Im
offiziellen Sandisk-Forum gibt es eine riesige Schlammschlacht zu diesem Thema und ich frage mich beispielsweise auch, wie es sein kann, dass sich mit einem Firmwareupdate die Batterielaufzeit halbiert!?
Warum kommt keiner dieser Vollspackos mal auf die Idee den Rockbox-Kernel als Basis für eine Firmware zu verwenden und einfach eine neue Oberfläche aufzusetzen (denn die ist, sorry Rockbox, nicht wirklich "commercial-grade"). Davon würde Rockbox (endlich eine vernünftige UI) und der Hardware-Hersteller (endlich eine vernünftige Software) profitieren.
Ok, ich weiß schon, das Gegenargument ist, dass die Hardware-Typen kein Interesse daran haben, dass ihre Software auch vom Konkurrenten genutzt werden kann. Aber seien wir mal ehrlich: im Moment verkaufen die sowieso nur über die Hardware, die Software
kann Five Across the Eyes in dem üblich-schrottigen Zustand so oder so kein Kaufargument sein. Oder hat man schonmal jemand gesehen, der beim Kauf die Funktionen wichtiger als "Aussehen", "Gigabytes" oder "gesamter Coolheitsfaktor" bewertet? Wenn es das gäbe, würde nur Apple im Moment MP3-Player verkaufen...