Drei Stunden Fremdschämen

16. November 2008
Quelle: Wikipedia

Mann, Pro Sieben hats echt drauf. Die schaffen es, aus rein gar nichts drei Stunden Show zu erzeugen. Gestern Abend lief “Uri Geller live - Ufos & Aliens: Das unglaubliche TV-Experiment”. Unglaublich war daran zumindest mal, mit welcher Gewissenlosigkeit Pro Sieben hier Deppenfernsehen par excellence fabriziert hat.

Uri Geller ist auch einer meiner absoluten Lieblinge! Ich beschäftige mich hobbymäßig auch mit Zauberkunststücken wie Karten- oder Münztricks. In Magierkreisen ist Uri Geller stark umstritten, weil er den Leuten glauben macht, er könnte “wirklich” per Geisteskraft Löffel verbiegen. Magier sehen sich aber eher als “Künstler” im Kontext von Jongleuren oder Artisten: dem Publikum ist es immer klar, dass es sich um Tricks handelt und der Zauberkünstler einfach “nur” eine hohe Geschicklichkeit anwendet, um einen Effekt zu erzielen. Mit Esoterik, Wundern oder Aliens hat das rein gar nichts zu tun. Das würde im Gegenteil den Effekt deutlich schmälern.

Dass Uri Geller von sich glauben machen will, er könnte wirklich Uhren in der ganzen Republik per Gedankenkraft wieder ans Laufen bekommen ist absurd. Ich sage es mal so: das Löffelverbiegen ist in Profikreisen ein alter Hut und überhaupt nichts Besonderes mehr. Dafür gibts mittlerweile Lern-DVDs.

Das wird dann aber wieder durch breite Masse kompensiert. Wenn man einen TV-Aufruf startet, dass man bitte anrufen soll, wenn eine Uhr wieder läuft, dann kommen natürlich Anrufe, dass es wirklich klappt! Würde man den Leuten sagen, dass sie anrufen sollen, falls bei ihnen ein lila Nilpferd aus dem Fernseher hüpft und auf dem Wohnzimmertisch Rumba tanzt - auch dann würden Anrufe kommen! Solange die Samplemenge groß genug ist, gibt es immer ein paar Leute mit derben Aussetzern darunter.

Womit wir wieder bei der Show von gestern Abend wären. Nina Hagen wird auch immer seltsamer, bei ihr hat man ständig das Gefühl, dass irgendwann mal ein LSD-Trip schiefgelaufen ist. Die beste Aussage von ihr war noch “ich denke gar nichts”, was der Wahrheit wohl ziemlich nahe kommt. Lustig war dann auch der geflüsterte Einwuf von Johanna Klum an den Moderator: “Ich glaube jetzt denkt sie grade wieder nichts”, als Nina Hagen ohne Inhalt vor sich hin blubberte.

Toll war auch der Auftritt von “Vincent Raven”, der auch einfach nichts tat, außer da zu sein. Es klingt unglaublich, aber er hat wirklich rein gar keinen Content beigetragen - von einigen grausamen Stammeleien (auf zugegebenermaßen völlig abstruse Fragen) abgesehen.

Die Schaltungen in die Ukraine waren dann nur noch das Sahnehäubchen. In übel gestellten Szenen, unterlegt mit künstlichen “Störgeräuschen” wurde von “unerklärlichen Problemen beim Versenden der E-Mails” gesprochen. Lag wohl daran, dass die Ukrainer ihre Anlagen nicht gut genug warten, weil zu wenig Geld mit schwachsinnigen TV-Shows hereinkommt.

Hat man bei “Popstars”, “DSDS” und den ganzen unsäglichen Talkshows immer einige kurze Momente des Fremdschämens, so ist das hier über drei Stunden konstant aufrecht erhalten worden. Falls es wirklich da draußen Aliens gibt, die Leute entführen: BITTE das nächste mal Uri Geller und das Pro Sieben-Management abholen! Und auf keinen Fall mehr wieder bringen!

Dabei ist es nicht schlimm, dass so ein Müll produziert wird, schlimm ist aber, dass mit solchen “pseuo-ernstgemeinten” Machwerken eine vernünftige Auseinandersetzung mit diesen Themen völlig durch den Kakao gezogen wird und eine richtige Diskussion gar nicht mehr möglich ist. Jeder Zauber-Artist da draußen sollte sich von Leuten wie Uri Geller beleidigt fühlen und jeder ernsthafte SETI-Forscher sollte sich von Pro Sieben beleidigt fühlen.

Für diejenigen, die sich wirklich mit Mentalismus (Tricks!) auseinandersetzen möchten, empfehle ich aber den Klassiker Practical Mental Magic. SETI-Interessierte sollten sich einmal mit dem sehr guten Buch Beyond Contact beschäftigen, das die wissenschaftlichen Grundlagen des SETI-Programms beschreibt und eine populärwissenschaftliche Einführung in die unterliegende Signaltheorie enthält.

Alle anderen: viel Spaß mit der Alu-Pyramide auf dem Kopf.

Obama

15. November 2008

Ach ja, Obama hat gewonnen.

Chinese Democracy

15. November 2008

Ist heute Ostern+Weihnachten? Sind die Aliens da?
Irgendwas muss anders sein, denn folgendes ist gerade per E-Mail hier angekommen:

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die gewünschten Artikel jetzt bei Amazon.de bestellt werden können!

Guns ‘n Roses: Chinese Democracy

Verfügbarkeit: Dieser Artikel wird am 21. November 2008 erscheinen. Bestellen Sie jetzt!

Ok, morgen werde ich mal vorsichtig die Konsistenz des Universums checken. Mal sehen. Auf jeden Fall wirds teuer für Dr. Pepper.

In zwei Wochen ist US-Wahl

25. Oktober 2008

Shades of gray

16. Oktober 2008

Marko remarked that it would be nice to have not only a color scheme for the yellow and blue LinuxTag colors but also a scheme that reflects grayscales. Here we go:

So we finally have a complete LinuxTag color scheme along with the scales of blue and yellow:

We’re now working on the basic visuals for ads, posters and flyers.

What is LinuxTag?

15. Oktober 2008

As mentioned before, we are currently working on a new marketing strategy for LinuxTag, not only for 2009 but far beyond, defining a solid groundwork for the strategic definition of the LinuxTag brand. This includes tangible marketing ressources such as templates, colors, fonts and all that is needed for a full corporate design but also an effective definition of what LinuxTag is - what LinuxTag stands for and - finally - why people attend LinuxTag. We need this to improve our strengths and work on our weaknesses.

One key momentum that we thought about was “what are the motivations that brings people to LinuxTag?”. What does the common visitor expect when attending the show? We isolated three main points on this:

  1. Networking
    A lot of people attend LinuxTag to see all those guys from the FOSS world that they see frequently at events like this. To get in touch, to work together in person is an important aspect of LinuxTag. Each year, we have requests for rooms from development teams where they can gather to discuss topics they can’t properly address by e-mail. It is not uncommon that these people meet up for the first time in real life on LinuxTag.
    On the other side, many people come to the show to improve their business network. I do not exaggerate by arguing that LinuxTag is the European Open Source business event. If you want to do business in the FOSS field, you have to be there.
  2. Knowledge
    We know from our yearly surveys that many people come to LinuxTag to hear conference talks. There was a time we underestimated the marketing value of the conference, but this was plain wrong: the conference is the main attraction of LinuxTag. All other parts are there only to support the conference, plain and simple. We want to provide world class know-how presented by world class speakers each and every year. This is the key point of the whole LinuxTag endeavour.
  3. Lifestyle
    LinuxTag is part of the FOSS community. The geekdom is becoming more and more sexy and more and more people want to be part of it. LinuxTag brings this unique feeling that no other conference has. Try to get that fine sense of completeness, of technology insight paired with the deep friendlyness of the Open Source principle on your common IBM marketing sell-me-your-stuff event. And there is more: be part of it! Nowhere else it is so easy to talk to the FOSS people and contributing to the pool of ideas, concepts and - finally - software. Be there and be part of it!
    And, if you’re out on your business, there is no place like LinuxTag to find excellent staff for your technology venture because these people are attracted by the unique lifestyle LinuxTag has to offer. If you really want to find the knowers, be at LinuxTag.

So we have these three key spots of motivation that drives LinuxTag. We now have to package them into a concise marketing message, transform it to a nice presentation and there we go..

Zweiter Teil des S100-Artikels erschienen

13. Oktober 2008

Gerade auf meinem Schreibtisch gelandet: die 11er-Ausgabe der Linux-User, die am Donnerstag erscheint. Darin ist der zweite Teil meines Mediacenter-Artikels enthalten. Beschrieben wird, wie man aufbauend auf der Linux-Installation MMS als Multimedia-Applikation und VDR als Videorekorder mit DVB-T nutzt.

Marko hatte mich vor einiger Zeit schonmal auf Elisa aufmerksam gemacht. Sieht sehr vielversprechend aus und könnte eine echte Alternative zum doch recht spröden MMS sein. Das wird mein nächstes Wochenendprojekt…prinzipiell sollte aber auf der S100 auch XBMC laufen, schließlich hat die XBox 1 auch nur 64 MB RAM. Dazu müsste aber auf der S100 zunächst mal zwingend OpenGL funktionieren - und zwar über den TV-Out…und da bin ich im Moment etwas skeptisch.

Achso: mein Artikel “10 Gebote für erfolgreiches BPM” aus der Computerwoche gibts jetzt auch als offizielles PDF zum herunterladen.

JEE + Maven + Eclipse

12. Oktober 2008

So, heute mal wieder ein Artikel aus dem tiefen Tal der lustigen Softwarefrickeleien. Ich habe mich am Wochenende mal intensiv mit JEE, Eclipse und Maven und dem Zusammenspiel dieser Dinge auseinandergesetzt. Die nächste Version des LinuxTag eTicket-Systems soll voll auf JEE setzen.

Maven mit Eclipse für JEE-Projekte zusammenzubringen ist nicht so ganz einfach. Deswegen hier eine kleine How-To.

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“Terrabyte”

5. Oktober 2008

Media Markt macht TV-Werbung für eine externe Festplatte mit “einem Terrabyte”. Frei nach Marvin: “Eine Festplatte von der Größe eines Planeten - aber keinen Duden!”.

Wanted

3. Oktober 2008

Gerade komme ich aus dem Kino. Wir haben uns den neuen Film mit Angelina Jolie angesehen: Wanted. Naja, was soll man sagen…wer auf anregende Dialoge, feinsinnige Handlung und eine intellektuelle Pointe steht, dem wird der Film nicht gefallen. Alle anderen lehnen sich zurück, schalten das Hirn aus und schauen einfach zu wie Actionsequenz auf Actionsequenz folgt, literweise Blut fließt und eine zweifelhafte Moral vermittelt wird.

Miss Jolie nimmt man dabei auch die harte Schlägerbraut nicht so richtig ab. Was in Tomb Raider noch ganz gut geklappt hat ist hier teilweise schon an der Grenze zur Lächerlichkeit. Angelina Jolie ist dermaßen dürr und sieht krank aus, dass man ihr am liebsten die ganze Zeit einen Schokoriegel reichen würde.